Sterbebegleitung
Wer als Angehöriger plötzlich in die Situation kommt, mit einem sterbenden Angehörigen umgehen zu müssen, fühlt sich vielleicht von Anfang an, aber irgendwann in einer bestimmten Situation unsicher und überfordert. Kommt Überforderung durch Unsicherheit? Der Tod wird in der modernen Zeit aus dem Leben verdrängt, dabei gehört er eigentlich genauso dazu, wie die Geburt. Das Abschied nehmen von einem geliebten Menschen ist ein schwer zu ertragendes Gefühl. Die eigene Traurigkeit macht einen Abschied schwer, blockiert die Unvoreingenommenheit, die man als Außenstehender hat, wenn man zum Beispiel einen pflegebedürftigen Menschen in den Tod begleitet. Ein plötzlicher Abschied ist umso schwerer, dass man vielleicht vieles nicht mehr aussprechen kann, was in einer vorhersehbaren und absehbaren Sterbephase möglich wäre. Aber auch das „im Sterben liegen“ ist ein schwieriger Prozess, mit dem viele Angehörige nur schwer oder gar nicht umgehen können.
Die Wünsche der Sterbenden sollen das Umfeld leiten
Jeder Mensch, der aufgrund einer Diagnose oder seines Alters mit dem nahenden Lebensende konfrontiert wird, hat Wünsche und Bedürfnisse, Ängste und Nöte. Vielfach sind Sterbende allein gelassen. Auch wenn eine Pflegeperson, ein Angehöriger oder Betreuer ständig in der Nähe ist, kann man sich allein gelassen fühlen, weil niemand die Bedürfnisse und Wünsche eines sterbenden Menschen erkennt und annimmt. Sehr groß ist die Angst, unter Schmerzen und anderen körperlichen Beschwerden leiden zu müssen. Diese können durch die palliativmedizinische Versorgung auch im häuslichen Bereich genommen werden. Viele Sterbende haben eine innere Unruhe, weil sie meinen, noch Dinge regeln zu müssen. Hier sind die Personen gefragt, die als nächste Angehörige oder Betreuer auch solche Dinge regeln können. Ein Gespräch zu einem solchen Thema kostet viele Kinder, Ehepartner oder andere Angehörige Überwindung, hier kommt ein Verdrängen der Tatsachen auf, das keine authentischen Gespräche und Gefühle zulässt.
Wie sieht der Umgang mit sterbenden Menschen aus, der für beide Seiten gewinnbringend ist?
Besonders alte Menschen wünschen sich durch ihre Verbundenheit zur Religion geistlichen Beistand. Pfarrer und Seelsorger sind ein Teil des Palliativ Care, aber auch Gebete mit Angehörigen, feierliche Andachten oder andere religiöse Handlungen kommen diesem Wunsch entgegen. Wünschenswert wäre eine würdevolle, offene und ehrliche Begleitung des Sterbenden durch Angehörige und Pflegepersonen. Keine Beschönigungen, Abschwächungen oder Dramatisierungen. Der sterbende Mensch weiß sehr genau um seinen Zustand, er möchte in der letzten Zeit seines Lebens nicht belogen werden.